viele leute, ein gedanke. viel info, eine devise. – barcamp graz 2015

es ist eine art konferenz ohne fahrplan

auf herz und nieren geprüft und für gut befunden. 

in der vergangenen woche war ich zuerst durch zufall und dann neugier auf der homepage des barcamp graz gelandet. das allererste, was mir auffiel, war ein großer button, wo  HIER ANMELDEN draufstand. wer mich kennt, der weiß, dass ich mir das nicht zweimal sagen lasse. schon als kleines kind war ich von allen dingen begeistert, wo die antwort auf die frage ‚kann man sich da anmelden?‘ ‚ja‘ war. meine mama hat das nicht so gefreut. trotz noch so lauter rotznasenschreierei durfte ich mich nie für den pferdeclub anmelden. (danke, mama! vielleicht bin ich dir gerade dankbar) naja, jetzt darf ich’s ja: also nichts wie los und – anmelden.

für was denn eigentlich?
ein barcamp hat prinzipiell nichts mit unter den tisch saufen zu tun, auch wenn es auf den ersten sound so klingt. es ist eine art konferenz ohne fahrplan. eine nicht-konferenz, eine un-konferenz. und gerade deshalb geeignet für barcampjeden, der lust hat. es ist wie gratis busfahren für und mit hinz und kunz, annemarie und josef, élaine und pascal, svenja und dimitri. egal woher und wohin. vorausgesetzt du hast den willen und die zeit. und das ganze ist auch noch all inclusive: hervorragende wegzehrung, ein riesenhaufen spannender menschen im bus, deren geballte ladung an wissen – über die exotischsten dinge – , umhüllt von der gelebtesten suche nach austausch.

sechs busse fahren hintereinander: WISSENScamp (wer will was lernen?), APPDEVcamp (für alle erfinder), DESIGNcamp (mein favourite), STARTcamp (to start up oder to gründ?), POLITcamp (deepshit discussions), UXcamp (ich habe einen computer mit meinen augen gesteuert!!!!! waaaaahnsinn!!!!) und COScamp (COntent Strategy: wie man geschichten erzählt wissen die wenigsten, so einfach ist das nämlich nicht!). umsteigen ist durchgehend möglich.

tatsächlich fühlte ich mich in manchen sessions wie im tiefsten ozean auf der suche nach nemo: ich will mich unterhalten und dori redet mit mir nur walisch. oder buckelwalisch. (wenn sie nur endlich verstehen würde, dass ich eine schildkröte bin! hey dude!) so wie ich dori nicht verstehen kann, habe ich auch noch nie die zeichen- und buchstabenabfolgen von codes verstanden. wenn ich das wort ‚daten‘ gehört habe, dachte ich an geburtstage, und eine software war einfach irgendwas am computer. okay, so tragisch war’s dann auch nicht, aber fast.

nachdem ich mich freitag nachmittag nicht getraut habe, mich der bunten meute anzuschließen, hat’s in meiner ersten session samstag früh schon mal gut begonnen: opensource softwares (also irgendwas öffentliches am computer) für kreative. warum ich in dieser session war? ich zähle mich eigentlich zu dieser im titel genannten menschlichen gattung der „kreativen“, und irgendwie klang es einladend. naja, jetzt weiß ich wenigstens, mit welchem programm ich mich in 3D animiere und dann durch die (auch von mir animierte) gegend renne, aber leider noch immer nicht ganz wie ich das jetzt wirklich anstelle (muss ich mir nochmal anschauen. aufwand: geschätzte 2000h). trotz fach-spanisch ließ ich mich nicht entmutigen. dass ich 3D-gedruckte objekte gesehen und natürlich auch gleich betatscht habe (aushängend!), ließ mich dennoch hoffnung schöpfen. das highlight der session: in irgendeinem programm „gibts einen blind-mode, da siehst du einfach nicht was du machst, aber am ende kommt trotzdem was raus.“

gott sei dank erwartete mich in der nächsten session im DESIGNcamp ein zugeschneidertes, meinem barcamp-status als frischling korrespondierendes programm: „tom turbo – die session für fahrrad-nerds mit paul„, seines zeichens radreisender und radreisenblogger. (einer der coolen sorte -> siehe hier). ohne schmäh, die eier muasst a amal haben ganz allan von graz bis nach griechenland zu radln! WILL AUCH! JETZT!
voted for #besteaussage von paul: „geht’s unbedingt wild campen! aber sucht’s euch auch unbedingt einen platz, an dem keiner einen grund hat freiwillig reinzugeh’n. ich wühl‘ mich da manchmal durch tausend brennesselstauden, die sind wie ein natürlicher zaun!“
weitere themen: wegwerf-räder statt ins schloss investieren, fahrradbotendienst von graz nach wien, geballte ladung gedruckte mountainbikeinfos und welche app/opensourcemap sucht mir den leichtesten weg (bzw. die wenigsten höhenmeter).

später, am abend, hab ich dann meine english skills auspacken müssen – international communication at its best: Data Vis 2.0 (dank meiner eigenen feigheit hab ich den ersten teil – Data Vis 1.0 – am freitag verpasst) – wie verpacke ich infos in grafiken? welche parameter kann ich kombinieren? und vor allem: wie mach ichs nicht? ach, haben wir gelacht! ein schmankerl: hans rosling, mein neuer hero! (wer über einen vergleich zwischen schimpansen und nobelpreisträgern lachen kann: hopp und ab auf den link klicken!)

am sonntag hab ich mich dann aufgerappelt und endlich getraut von anfang an dabeizusein: self-service-frühstück, socializing, sessionplanung – und dann natürlich: SESSIONS, SESSIONS und noch mehr SESSIONS! kurz zusammengefasst:
never trust input. (wieder so code-chinesisch!) ich habe jetzt einen blassen dunst, wie unübersichtlich die technik und das internet wirklich sind. und welche tricks es gibt illegal an infos zu kommen. hrhr. liebe NSA, hier bin ich! nehmt mich!

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how-to-juggle-outdoor-session inkl. wasserbomben. was muss man da noch dazu sagen?

entgegen der regel, dass barcamp-frischlinge prinzipiell eine session halten MÜSSEN (ein thema vorschlagen, über das er/sie berichten kann/will/nicht will aber definitiv tut), habe ich mich davor gedrückt. zu schüchtern, zu jung, zu uninteressant für alle anderen. dachte ich. ich feigling. meine hauptintention war es nicht möglichst viel inhalt effizient mitzunehmen, sondern eher das barcamp als barcamp itself näher unter die lupe zu nehmen. die kraft, die dahinter steckt und neues entstehen lässt. am barcamp herrscht sympathie und das du-wort. IMG_6250socialising bis die kopfwehtabletten nicht mehr helfen. spaß haben bis zum ärgsten bauchmuskelkater den du je erlebt hast. alles das gemeinschaftswerk einer freigiebigen, offenen community, das man besser gar nicht planen könnte. da ist von paleo und vegan, nerdy und hip, code-artists und analog-künstlern, entwicklern und storytellern einfach alles dabei. wie man mit den bezaubernden menschen in kontakt kommt? lass dich einfach vorm buffet anreden: „in welcher session warst du denn gerade?“. lächeln wirkt wie ein eisbrecher im packeis. setz dich mit deinem frühstücksteller wo dazu. nimm bekanntschaften aus sessions näher unter die lupe. interesse am gegenüber hat hier eigentlich jeder. und wenn’s noch immer nicht gefunkt hat: spätestens bei der biersession klappts dann. aber alle haben sie eins gemeinsam: sie sind #socialmedia #addicted. siehe #bcg15.

das hauptkommunikationsmittel? zwitschern. zwischen session A und B, in den sessionpausen und der nachbereitung (regel 2: man bloggt über das barcamp). die twitterwall im headquarter ist sekündlich aktualisiert worden. ausgenommen während des essens. da wurde überraschend wenig upgedatet. mit vollem schnabel zwischtert es sich ja auch nicht so gut.

mein achievement der ganzen geschichte: ich kann jetzt schon ein bisschen walisch! für eine schildkröte sehr beachtlich, glaubt mir!
nach allgemeiner feedback-runde und gemeinschaftlichem speed-aufräumen war dann sonntag nachmittag für mich meine barcamp-premiere leider schon wieder vorbei.
danke für so ein tolles erlebnis und so viele nette bekanntschaften! auch wenn ich heuer noch eher passiv dabei war, ich bereite schon jetzt mental eine session vor!

fazit: definitiv auf herz und nieren geprüft und für gut befunden.

die devise: NOCHMAAAL!

c u @ #bcg16

barcamp_o1

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2 Gedanken zu “viele leute, ein gedanke. viel info, eine devise. – barcamp graz 2015

    1. lieber tom!
      es freut mich, dass dir mein beitrag gefällt! ich gebe dir absolut recht, rechtschreibung ist wichtig. meine wortwahl betreffend schreibe ich nämlich auch alles richtig, achte aber nicht auf die groß- und kleinschreibung. warum? um dem spirit des social media mehr zu entsprechen, ich möchte meinen blog als kommentar frei und locker lesbar halten. ich muss zugeben, meine interpunktion ist auch manchmal etwas kreativ. soll bloß meine gedankengänge als stimme ein bisschen verdeutlichen 😉

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